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"Viele träumen von der EM"

Zum Auftakt der EM-Qualifikation ist Albanien gleich eine Sensation gelungen: Ein 1:0-Sieg gegen den WM-Teilnehmer Portugal. Ein perfekter Auftakt oder?

Altin Lala: Auf jeden Fall - und eine große Überraschung für alle anderen Mannschaften. Es war überhaupt der erste Auftaktsieg in einem Qualifikationsspiel für uns – und das gleich gegen die Portugiesen. Sie bleiben dennoch der Favorit in unserer Gruppe.

Wie hast Du das Spiel, in dem viele Gelbe Karten gezeigt wurden, wahrgenommen?

Altin Lala: Es war kein hartes Spiel – außer zwei Fouls, die grenzwertig waren. Ansonsten waren es nur Kleinigkeiten, die zu den vielen Gelben Karten – davon sechs für uns – führten. Aber am Ende ist das ok, wenn man das Spiel gewinnt. Insgesamt haben wir nicht unfair gespielt, der Schiedsrichter hat nur schnell die Verwarnungen gezeigt.

Für Deine Spieler muss es ein tolles Gefühl gewesen sein. Wie sind sie mit dem überraschenden Erfolg umgegangen?

Altin Lala: Alle hatten sich natürlich sehr gefreut – auch die Menschen in unserer Heimat. Dennoch war es nur das erste Spiel in der EM-Qualifikation. Im Oktober warten zwei weitere schwere Spiele auf uns: zunächst auswärts in Serbien, anschließend zu Hause gegen die dänische Nationalmannschaft. In diesen beiden Begegnungen müssen wir punkten, sonst sind die drei Zähler gegen Portugal nichts wert.

Arm in Arm: die beiden 96-Ikonen Steven Cherundolo und Altin LalaSicherlich war euer Sieg eine Überraschung, aber auch ein Verdienst der monatelangen Arbeit des Trainerteams. Seit wann bist Du Co-Trainer von Albanien? Und wie oft siehst Du aktuell die Mannschaft?

Altin Lala: Ich bin bereits seit Anfang März diesen Jahres offiziell Co-Trainer der Nationalmannschaft, aber der Auftakt der EM-Quali war für mich das erste Pflichtspiel. Ende Mai bzw. Anfang Juni hatten wir drei Testspiele (A. d. R. jeweils 0:1 gegen Rumänien und Ungarn, 3:0-Sieg über San Marino), bei denen wir die Mannschaft nochmal gesehen hatten. Die Vorbereitung zum Spiel in Portugal mit dem gesamten Trainerteam ging nun über einen Monat. In dieser Zeit wurden wir darüber informiert, in welcher Form sich jeder Spieler aktuell befindet und wie die Fitnesszustände sind. Wir sind eine kleine Fußball-Nation, die auch über den Kampf ins Spiel finden muss. Aus diesem Grund ist es extrem wichtig, dass unsere Spieler topfit sind, da wir meist mehr als der Gegner laufen müssen. Gegen die Portugiesen hat sich das ausgezahlt – und wir haben keinesfalls mit Glück gewonnen.

Haben sich Eure Ziele für die EM-Qualifikation nach dem Coup über Portugal geändert?

Altin Lala: Die Menschen in Albanien waren über den Sieg natürlich überrascht und haben sich riesig gefreut. Viele träumen nun davon, einmal bei einer Europameisterschaft teilzunehmen.Das Gute an der Gruppe ist, dass sich diesmal zwei Teams direkt und der Dritte über die Play-Offs qualifizieren werden, dennoch ist die Gruppe nicht einfach. Portugal wird sicherlich seine kommenden Spiele gewinnen und am Ende das Ticket zur EM lösen. Deswegen ist es verdammt wichtig, dass wir nun dranbleiben, um den Anschluss zu halten und die Möglichkeit zur Qualifikation bis zum Ende besteht – das sind unsere Ziele.

Bist Du stolz, dein Heimatland zu trainieren? Ist es nicht eine tolle Ehre für Dich?

Altin Lala: Auf jeden Fall! Ich habe zudem die U19 von Albanien übernommen. Hier tummeln sich einige gute Spieler, die viel Potenzial sowie Talent besitzen und alle auch im Ausland aktiv sind. Im November starten für uns die ersten Qualifikationsspiele. Für mich ist es wichtig, dass wir die jungen Spieler an die erste Mannschaft heranführen.

Zum Abschluss Deiner Karriere hast Du noch drei Spiele für die zweite Mannschaft vom FC Bayern München bestritten. War es für Dich anschließend selbstverständlich, dass Du Trainer werden willst?

Altin Lala: Nicht direkt. Zunächst habe ich mir Gedanken darüber gemacht, Spielerberater zu werden. Ich habe aber schnell festgestellt, dass das nicht mein Ding ist. Vor einem halben Jahr fing ich mit meiner Trainerlaufbahn an – und es macht mir viel mehr Spaß! Du arbeitest als Trainer auf dem Platz und hast mehr Adrenalin in Dir. Meine Erfahrung kann ich an die jungen Spieler weitergeben und habe direkten Kontakt zu ihnen. Odise Roshi vom FSV Frankfurt besitzt zum Beispiel enorme Fähigkeiten und spielt aktuell nur in der zweiten Bundesliga. Für mich gehört der Junge in die erste Liga – und zwar zu einem der Top-Clubs.

Wegen ihnen bleibt Hannover seine Heimat: Lala und seine Kinder

Was verbindest Du noch mit der Stadt Hannover? Und wie oft bist Du zu Gast in der HDI Arena?

Altin Lala: Wenn es passt, bin ich immer hier und versuche mir jedes Spiel von Hannover 96 anzuschauen. Gerade habe ich für meine Familie die Dauerkarten abgeholt, da sie bis diese Woche im Urlaub war. Außerdem lebe ich weiterhin in Hannover. Wenn ich nach Albanien ziehen würde, käme mein Sohn nicht mit – und das möchte ich nicht.

Gibt es Unterschiede zwischen dem Training in einer Vereinsmannschaft und der Nationalmannschaft?

Altin Lala: Ja, sicherlich! Der Unterschied ist, dass bei einer Nationalmannschaft die Spieler aus vielen Ländern zusammenkommen. In Deutschland spielen die meisten in der Bundesliga und bei den gleichen Vereinen. Bei uns in Albanien das anders: In kurzer Zeit musst Du versuchen, ein Team aus vielen Vereinsspielern bilden. Dabei ist das Schwierige, die Einzelnen zu einer Einheit zu formen und das meiste aus diesem Kollektiv rauszuholen.

Wir wünschen Altin Lala weiterhin alles Gute bei seinem Posten als Co-Trainer Albaniens.ls / fl / br

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Authors: Hannover96

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